Die Firma J. A. Stargardt wurde 1830 von Johann Carl Klage (1785-1850) in Berlin als Buch- und Musikalienhandlung gegründet. Seit 1841 wurde sie von Ernst Krigar geleitet, der das Unternehmen 1847 an Reuter & Stargardt verkaufte. Paul Julius Reuter (1816-1899) trat bereits 1849 wieder aus und gründete später in London das bekannte Reuter’sche Telegraphenbureau.


J. A. Stargardt
1822 - 1885

Unter der Leitung von Joseph A. Stargardt (1822-1885) trat der Musikalien- und Sortimentsbuchhandel zugunsten des Antiquariats immer mehr zurück. Als spezieller Zweig des Antiquariats wurde der Autographenhandel aufgenommen. Nach 30jähriger Tätigkeit hatte sich ein bedeutendes Antiquariatslager entwickelt; etwa 150 Lager- und Versteigerungskataloge wurden herausgegeben.

Kopf eines Firmenbriefbogens um 1850

1885 erwarb Eugen Mecklenburg d.J. (1859-1925) das Geschäft von Stargardts Witwe. Bereits dessen Vater, Eugen Mecklenburg d.Ä. (1819-1873), war in Berlin als Buch- und Autographenhändler tätig gewesen.
Verlagskatalog, 1897

Seit 1925 leitete Günther Mecklenburg (1898-1984) das Geschäft. Er trat 1919 in den väterlichen Betrieb ein und blieb den schon zum Firmenbegriff gewordenen Autographen treu, zog jedoch die Versteigerungsarbeit mehr in den Vordergrund. 1944 wurden die Geschäftsräume durch Bomben vollständig zerstört, große Teile der ausgelagerten Firmenbestände gingen 1945 in Ostpreußen verloren.

Nach Kriegsende begann Günther Mecklenburg in Eutin in Holstein mit dem Wiederaufbau der Firma. Seit 1946 erschienen wieder Lagerkataloge, seit 1950 fanden auch wieder Autographenauktionen statt. 1952 wurde der Firmensitz in das zentraler gelegene und mit zwei großen Bibliotheken gesegnete Marburg verlegt. Im selben Jahr trat Klaus Mecklenburg (geb. 1930) in das Geschäft ein, 1988 folgte sein Sohn Wolfgang Mecklenburg (geb. 1964).

Adolph von Menzel

Nach der deutschen Wiedervereinigung ist J. A. Stargardt an den Gründungsort zurückgekehrt; seit 1991 finden die Autographenauktionen wieder in Berlin statt. In den vergangenen Jahrzehnten wurde durch uns eine Reihe von international bedeutenden Autographensammlungen versteigert, u.a. die Sammlungen Albrecht (in Zusammenarbeit mit dem Erasmushaus, Basel), Ammann, Geigy und Meyer-Cohn. Heute werden in unseren Versteigerungen zwischen 1400 und 1600 Positionen aus allen klassischen Sammelgebieten angeboten; die Auktionsumsätze liegen bei etwa 2 bis 3 Millionen €.

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